Festlicher Ehrungsabend beim Männerchor Eintracht Reuth

von Elisabeth Görner

Ein Rieseln oder auch ein Schauer kann einem über den Rücken gehen - vor Freude und sogar Ehrfurcht, wenn man diesen schon von der Anzahl der Stimmen her starken (und auch schon preisgekrönten!) Männerchor Eintracht Reuth hört!

Anspruchsvoll gesetzte Lieder werden unter der Leitung von Erich Staab (Regionalkantor Erlangen, Höchstadt, Neunkirchen/Sand) nicht nur absolut sauber, sondern auch sehr ausdrucksstark gesungen: aufmunternd-fröhlich wie bei dem Begrüßungslied am festlichen Ehrungsabend "Singen bringt Freude" von Robert Pappert Helmut Schübel, dem Vorsitzenden des Männerchors Eintracht Reuth, die Danksagung an die Jubilare samt Übergabe der Urkunden. Für jeden der zu ehrenden Sänger fand Helmut Schübel - der den Abend oder wie am Schluss des offiziellen Teils des Abends beim "Ave Maria no morro" von Herivelto Martins, als  der Chor mit gut hörbar abwechselnder Intonation die Zuhörer genauso in weich-innigen Klang geradezu einhüllte.

53 aktive Sänger im Alter zwischen knapp unter 30 und fast 80 kommen nicht nur jetzt im Jahre 2013 zur wöchentlichen Probe zusammen, sondern acht von ihnen singen in diesem inzwischen gut 100 Jahre alten Chor schon 25, 40 , 50 und sogar 60 Jahre - und 27 passive Mitglieder fühlen sich auch seit 25 bis 60 Jahren mit den Männern der Eintracht Reuth verbunden!

In seiner Vorrede zur Ehrung der letzteren betonte der stellvertretende Vorsitzende Dr. Michael Schuster die Unverzichtbarkeit von genau diesen fördernden Chormitgliedern, die nicht nur als finanzielle Helfer, sondern besonders als Zuhörer bei Konzerten und die - wie vor allem viele Sängerfrauen  es regelmäßig machen - auch als "Wirtinnen und Wirte" für das leibliche Wohl der Chor-Männer bei den Proben und auch der Gäste bei Veranstaltungen dem Gesangverein viel Mut zum Weitermachen geben! Besonders lange dabei sind Franz Ammon (50 Jahre) sowie Alfons Seitz und Adolar Werther (60 Jahre)!

Vor der Ehrung der aktiven Sänger begrüßte der stellvertretende Vorsitzende vom Sängerkreis Erlangen/Forchheim Herbert Hübner mit freundlich-humorigen Worten die Festgemeinde und übernahm anschließend zusammen mit durchgängig moderierte - sehr persönliche, liebevolle Worte, die auch seine eigenen dankbaren Erinnerungen an das bisherige Zusammensein und an die Zusammenarbeit mit den langjährigen Chorkameraden widerspiegelten!

Für 25 Jahre Singen wurden Andreas Ringel (der auch manches Mal stellvertretend das Dirigentenamt übernimmt) und Horst Schütz geehrt, Christian Schuster für 40 und Josef Schmitt für 50 Jahre.

Seit 60 Jahren sind die Brüder Anton und Johann Knorr, Theo Leppert und Walter Putz aktive Chormitglieder. Theo Leppert wurde an diesem Festabend auch zum Ehrenmitglied ernannt; sein drei Jahre älterer Bruder Albert Leppert  hielt als Ehrenvorsitzender  des Chores die Laudatio. Der jetzt 74-Jährige Theo Leppert ist schon mit 16 von seinem auch sangesbegeisterten Vater mit in den Reuther Chor genommen worden und seine offenbar ungebrochene Begeisterung für das Singen selbst sowie sein starkes Verbundenheitsgefühl zu seinen Chorfreunden überzeugt noch heute, was auch in seiner Dankesrede sehr deutlich wurde - und das obwohl seine früh erkannte sängerische Begabung ihm nicht nur Vorteile gebracht hat!: Wenn man als zehnjähriger Klosterschüler Weihnachten nicht nach Hause zur Familie fahren darf, weil man in der Christmette als Solist "Schlafe, mein Prinzchen, schlaf ein!" singen muss, prägt sich das sehr ein! Ähnlich ist es dem Jubilar Josef Schmitt  ergangen, der später im selben Alter an derselben Schule Noten sortieren musste, wenn seine etwas weniger musikalischen Mitschüler Fußball spielen durften; aber beide sehen das im Nachhinein nicht mehr als tragisch, sondern im Gegenteil - gerade weil sie das durchgestanden haben - als die ihnen gegebene Chance, bis heute von der Musik, vom Singen selber getragen zu werden und auch Anderen Freude oder auch Trost zu bringen!

"Musik macht süchtig; ohne Musik, ohne Chor geht gar nichts!" sagt Theo Leppert, er führt auch die Chronik des Vereins und der sich u.a. auch über ein Jahr durch Kontaktpflege, Hartnäckigkeit und Organisation darum bemüht hat, dass der Reuther Männerchor als einziger in Deutschland neben dem Chor des (Satz-)Bearbeiters vom "Ave maria non morro" (s.o.!) Otto Groll im westfälischen Bocholt dieses anrührende Lied singen darf!

In einer Zeit, in der viele (traditionelle) Vereine, speziell Gesangvereine ihre (Nachwuchs-)Probleme haben und man sogar vom "Chorsterben" spricht, ist der Männerchor Eintracht Reuth ganz offenbar ein Gegenbeispiel - vielleicht nicht zuletzt, weil das Weitergeben der Sangesbegeisterung von Vater auf Sohn, von Bruder zu Bruder noch eine Rolle spielt und weil auch in der Gegenwart auf die Gemeinschaft, die Geselligkeit immer noch sehr viel Wert gelegt wird - mit der auch dieser Ehrungsabend ausklang!