Festliche Konzertgala in der St. Johannis Kirche Forchheim

Am 9. Dezember 2017 bot sich etwas ganz besonderes in der St. Johannis Kirche Forchheim. Der Reuther Männergesangverein organisierte nämliche ein einmaliges Konzerterlebnis. Der weltbekannte Original Don Kosaken Chor Serge Jaroff und der Männerchor Eintracht Reuth, Leistungschor im FSB und Kulturpreisträger des Landkreises Forchheim, gestalteten ein hochkarätiges Konzert.

 Pünktlich um 18:30 Uhr war Konzerteinlass. Die Besucher waren bereits Schlange gestanden und sicherten sich nach Türenöffnung sofort die besten Plätze. Um 19:30 betrat dann der Männerchor Eintracht Reuth mit 47 Sängern die Bühne. Der zweite Vorstand der Eintracht begrüßte die Besucher in der voll besetzten St. Johannis Kirche. Das Konzert war mit 450 verkauften Karten, kurz vor dem Konzertbeginn ausverkauft. Er wies in seiner Begrüßungsrede auf die zurzeit 53 aktiven Sänger des Reuther Männergesangvereins hin. Der jüngste ist 15, der älteste 83. Es kann also von einem Generationenchor die Rede sein. Insgesamt fast zehn Sänger sind unter 21 Jahre. So eine Altersstruktur findet man im gesamten Sängerkreis und Sängerbund ganz selten in Männerchören.

Nachdem zweiter Vorsitzender Michael Schuster schließlich noch die ersten vier Lieder des Männerchores ansagte ging es los.Zum Auftakt ließen die Sänger Wolfgang Amadeus Mozart mit dem Stück "Wo Musik sich frei entfaltet" sprechen. Mit "In mir klingt ein Lied" von Fréderic Chopin wurde weiteres gefühlvolles Werk ausgesucht. Wie es sich anhören kann, wenn Liebe - vielleicht auch zur Musik - wahr wird, zeigte der Reuther Männerchor mit dem Stück "Liebe wird wahr" von Petro Mascagni. Mit Annette Humpes-Klassiker "So soll es bleiben" wurde ein zeitgenössisches Stück, welches sich über Wochen in den deutschen Charts hielt, angestimmt. Das Besondere an diesem Lied: Auf Veranlassung des Chormitgliedes Wolfgang Spörlein ist der Song in der Bearbeitung von Oliver Gies eigens für den Männerchor Eintracht Reuth umgeschrieben worden und darf auch nur von diesem aufgeführt werden.

Nachdem die Reuther einen guten Einstieg ins Konzert boten, schlug die Stunde der Don Kosaken. Dieser Chor kam aufgrund der Größe dieses Konzertes mit voller Besetzung (21 Männer) und Original Chorleiter und legitimer Nachfolger von Serge Jaroff, Wanja Hlibka. Mit seinen voluminösen Männerstimmen beschalte dieser Chor die Johanniskirche. Egal, ob bei dem "Credo" von Gretschaninow, dem "Vater unser" von Kedrov oder dem "Herr, erbarme dich unser" von Lvovsky, der Chor präsentierte sich in Bestform. Zahlreicher Applaus war der Dank.

Nun war es ein hoher Anspruch dem der Reuther Männerchor nachkommen musste, doch auf seine Art und Weise und mit Bravour meisterten die Reuther Sänger unter ihrem Chorleiter Erich Staab diese Aufgabe. Auch wenn man weltliche und geistliche Musik nicht unbedingt miteinander vergleichen kann, verdienten sich die Sänger im zweiten Teil des Abends, der ausschließlich mit sakralem Liedgut gefüllt wurde, ebenfalls Bestnoten, die man in dieser Qualität nur von wenigen Laienchören so hört. Mit "Es strahlen hell die Gerechten" von Felix Mendelssohn Bartholdy und dem Lobgesang "Nun tragt in alle Lande weit" von John Bennet hatte der Chorleiter bei der Stückeauswahl ein glückliches Händchen erwiesen. Auch im zweiten Teil des Abends forderte er seine Sänger, aber überforderte sie nicht. Klangvoll war auch das "Ave Maria nomorro" von Herivelto Martins (Satz: Otto Groll). Dieser Satz ist auch eigens für den Männerchor Reut und wurde vom Sänger Theo Leppert organisiert. Es schlossen sich die stimmgewaltigen Stücke "Jerusalem" von Stephen Adams und Fritz Ihlau sowie das "Preis dir, o Herr!" von Rudolf Desch an.

Nun sollte auch der Russische Weltchor zum zweiten mal sein können beweisen. Mit bekannten Lieder wie „Abendglocke“, „Eintönig klingt hell das Glöckchen“ oder „Die 12 Räuber“ begeisterten Sie das Publikum. Auch das deutsche „Oh du Fröhliche“ brachte sich in dessen zweiten Konzertteil mit ein. Das Publikum war so begeistert das die Don Kosaken gleich noch eine Zugabe darboten. Nachdem diese erneut gebührend gefeiert wurde, winkte deren Chorleiter Wanja Hlibka die Reuther Sänger auf die Bühne. Nachdem sich Stephanie Spörl, verantwortliche in St. Johannis, bei beiden Chören und dessen Chorleitern mit einem kleinen Geschenk bedankte folgte ein Gänsehaut Moment. Beide Chöre sangen unter der Leitung von Wanja Hlibka das bekannte „Adeste Fideles“ mit Solostimme. Somit endete mit fast 70 Sängern stimmgewaltig dieses festliche Konzert. Die Chöre wurden mit langanhaltenden Applaus und Standing Ovation gefeiert.

Nach dem Konzert konnte man bei einer Tasse Glühwein neben der Kirche, dieses Erlebnis auf sich wirken lassen.